Limbale Stammzelltransplantation
Transplantation von limbalen Stammzellen zur Behandlung der limbalen Stammzellinsuffizienz und Wiederherstellung der Hornhautoberfläche.
Was sind limbale Stammzellen?
Limbale Stammzellen befinden sich am Limbus (Übergang zwischen Hornhaut und Bindehaut) und regenerieren kontinuierlich das Hornhautepithel. Bei limbaler Stammzellinsuffizienz (LSZI) wächst Bindehautgewebe auf die Hornhaut vor (Konjunktivalisierung), was zu Sehverlust führt.
Ursachen der LSZI
Häufige Ursachen sind Verätzungen und Verbrennungen (häufigste Ursache), Kontaktlinsen-Missbrauch, Trachom, Stevens-Johnson-Syndrom, Aniridie und iatrogene Faktoren (z.B. multiple Lidoperationen).
Transplantationsverfahren
Bei einseitiger LSZI kann limbales Gewebe vom gesunden Partnerauge entnommen werden (CLET: Conjunctival-Limbal Epithelial Transplantation, LSCT: Limbal Stem Cell Transplantation). Bei beidseitiger LSZI wird Spendergewebe (KLAL, Ex-vivo-kultivierte Zellen) verwendet.
Ex-vivo-Kultivierung
Moderne Verfahren (CLET-Kultivierung, MACS) vermehren die entnommenen Stammzellen im Labor und ermöglichen so die Verwendung kleiner Gewebemengen. Dies schont das gesunde Auge.
Ergebnisse
Die Erfolgsraten variieren je nach Ursache und Schwere: 60–80 % bei optimalen Bedingungen. Bei schwerer LSZI wird oft eine anschließende Hornhauttransplantation (PK oder DALK) nach erfolgreicher Stammzelltransplantation nötig.
Diese Seite dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Der geeignete Ansatz wird gemeinsam nach einer Augenuntersuchung bestimmt.
Häufig gestellte Fragen
Für welche Patienten ist die limbale Stammzelltransplantation geeignet?
Patienten mit chronischem limbalem Stammzellmangel durch chemische Verätzung, schwere ocular surface Erkrankungen oder multiple Operationen. Bei einseitigem Befall bevorzugt autologe, bei beidseitigem Befall allogene Transplantate.
Wie lange dauert die Erholung und welche Risiken bestehen?
Die epithelial Heilung dauert Wochen bis Monate; das visuelle Ergebnis hängt von narbigem Hornhautstroma ab. Autologe Verfahren zeigen höhere Erfolgsraten; allogene benötigen meist systemische Immunsuppression. Risiken: Abstoßung, Infektion, persistierende Epitelschäden.
