Hornhauttransplantation (Keratoplastik)
Operativer Ersatz einer erkrankten oder beschädigten Hornhaut durch Spendergewebe, um das Sehvermögen wiederherzustellen.
Was ist eine Hornhauttransplantation?
Bei der Keratoplastik wird die erkrankte Hornhaut ganz oder teilweise durch Hornhautgewebe eines Spenders ersetzt. Indikationen sind Keratokonus, Hornhautnarben, Hornhautdystrophien, Fuchs-Endotheldystrophie und schwere Infektionen.
Perforierend vs. lamellär
Die perforierende Keratoplastik (PK) ersetzt die gesamte Hornhautdicke. Lamelläre Verfahren (DALK, DMEK, DSAEK) ersetzen selektiv nur die erkrankten Schichten und haben schnellere Heilungszeiten und weniger Abstoßungsrisiko.
DMEK und DSAEK
DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) und DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) sind moderne Endotheltransplantationen, besonders geeignet bei Fuchs-Dystrophie und anderen Endothelerkrankungen. Sie bieten schnellere Rehabilitation und besseres Sehen.
Ablauf und Erholung
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose (1–2 Stunden). Fäden werden bei der perforierenden Keratoplastik oft 1–2 Jahre belassen. Die vollständige Sehverbesserung kann 1–2 Jahre dauern. Eine lebenslange Nachsorge ist erforderlich.
Abstoßung und Risiken
Die Abstoßungsreaktion ist die häufigste Komplikation (10–30 % bei PK). Symptome sind Rötung, Schmerz, Lichtempfindlichkeit und Sehverschlechterung – ein ophthalmologischer Notfall. Kortison-Augentropfen werden vorbeugend gegeben.
Diese Seite dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Der geeignete Ansatz wird gemeinsam nach einer Augenuntersuchung bestimmt.
