Angeborene Ptosis – Chirurgische Korrektur
Operative Behandlung der angeborenen Lidhänge (angeborene Ptosis) zur Verhinderung von Amblyopie und zur Verbesserung der Sehachse.
Was ist angeborene Ptosis?
Die angeborene Ptosis entsteht durch eine Unterentwicklung des Lidhebermuskels. Sie kann ein oder beide Augen betreffen und von mild (leichtes Hängen) bis schwer (Pupillenverdeckung) reichen.
Wann operieren?
Bei schwerer Ptosis, die die Pupille verdeckt und das Sehentwicklungsrisiko erhöht (Amblyopie-Gefahr), sollte frühzeitig operiert werden (schon im 1. Lebensjahr). Leichte Ptosis kann bis zur sicheren Durchführbarkeit unter Lokalanästhesie (>4 Jahre) abgewartet werden.
Operative Verfahren
Bei mäßiger Levator-Funktion: Levator-Resektion (Raffung des Muskels). Bei sehr schlechter Levator-Funktion (< 4 mm): Frontalmuskel-Suspensionsfaden aus Silikon oder autologer Faszie (Fascia lata).
Nachbehandlung
Nach der Operation ist eine Abdecktherapie des gesunden Auges oft nötig, um das operierte Auge zur Sehentwicklung zu stimulieren. Regelmäßige ophthalmologische Kontrollen sind essenziell.
Risiken
Mögliche Risiken: unvollständiger Lidschluss (Expositionskeratopathie), Über-/Unterkorrektur, Asymmetrie, Fadenbruch. Eine weitere Korrektur kann in 20–30 % der Fälle nötig sein.
Diese Seite dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Der geeignete Ansatz wird gemeinsam nach einer Augenuntersuchung bestimmt.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte eine kongenitale Ptosis operiert werden?
Bei Sichtbehinderung der Sehachse oder Gefahr einer Amblyopie wird früh operiert. Zeitpunkt und Methode werden nach kinderärztlicher und retinaler Untersuchung individuell festgelegt.
Wie verläuft die Erholung und welche Risiken bestehen?
Schwellungen und Blutergüsse klingen meist in Tagen bis Wochen ab; Endergebnis nach 6–12 Wochen. Mögliche Komplikationen: Unter-/Überkorrektur, Narben, Infektion. Retina/Makula werden vorab geprüft und die Sehentwicklung nachbeobachtet.
